Koloniale Kontinuitäten - Historische Anmerkungen zur aktuellen österreichischen Asyl- und Integrationspolitik
16. Juni, 19 Uhr, Hörsaal Institut für Afrikawissenschaften
(Campus)
Mangelnde Vergangenheitsbewältigung nach 1945 bedeutete auch mangelnde Aufarbeitung der rassistischen Stereotypen, die sich während der NS-Zeit – aber auch schon vorher – verfestigt hatten. Sie richteten sich gegen eine langsam entstehende afrikanische Diaspora, aber auch generell gegen Migrantinnen und Migranten aus dem Globalen Süden, deren Mobilität man einzuschränken suchte. Die Wurzeln der österreichischen Abwehrhaltung reichen bis in die Kolonialzeit zurück. Durch die Ende des vorigen Jahrtausends einsetzende Asylmigration sieht sich die Kontrollhoheit des Staates allerdings erstmals in Frage gestellt – ein Grund für die sich verschärfende Politik und die damit einhergehenden Emotionen.
Vortrag (ca. 40 Min.)
Walter Sauer
Historiker, am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Univ. Wien. Letzte Buchveröffentlichung: Jenseits von Soliman. Afrikanische Migration und Community building in Österreich – eine Geschichte (2022)
Kommentar (ca. 15 Min.)
Madge Gill Bukasa, Obfrau Die Bunten
Organisation: Katrin Sippel, Österreichische Gesellschaft für Exilforschung
www.exilforschung.ac.at
