Betrachtungen eines Nationalen Aktionsplans gegen Rassismus - „und sie wissen sich dabei in angesehener Gesellschaft“ Lassen Sie uns die Notwendigkeit eines Nationalen Aktionsplan gegen Rassismus zunächst aus heutiger Sicht betrachten: Vom Jugendlichen etwa, der in der COVID-19 Pandemie auf den Boden spuckt und von einem Beamten der LPD Wien gefragt wird, „Warum er nicht in Afrika sei“1. Von der Schülerin afrikanischer Herkunft, die von ihren Mitschüler:innen als „Müll“ bezeichnet wird, und daraufhin die Schule wechselt. Oder vom Politiker, der bei einer Landtagssitzung die Namen von 21 Kindern einer Volksschulklasse mit mutmaßlichem Migrationshintergrund vorliest, und im Nachsatz von straffälligen Asylwerbern spricht. Dahinter steht struktureller Rassismus, der sich in gesellschaftlichen Systemen, wie Politik, Exekutive, Bildung und Wirtschaft, resistent hält. Was all diesen Vorfällen außerdem gemeinsam ist, ist, dass sie, obwohl sie zeitlich begrenzt sind, eigentlich keinen e...
In der aktuellen Ausgabe von buntesAT steht ein Gala-Event im Mittelpunkt, wie es Wien noch nicht gesehen hat: das Ebony 2023 (siehe Flyer: U4). Das Mega-Event mit Mode-Show, Tombola, Bazar, Networking-Space u.v.m. steht unter dem Motto „Black Excellence“. Wir haben uns umgehört, was Menschen in Österreich, in den USA und Afrika mit „Black Excellence“ assoziieren, und die Meinungen fielen ganz unterschiedlich aus. Während sich auf Wikipedia noch kein echter Eintrag befindet - man kann dort nur folgenden Satz lesen: „Black Excellence bezieht sich auf hohe Leistungen oder Fähigkeiten einer schwarzen Person oder im Allgemeinen von schwarzen Menschen und beinhaltet sowohl positive als auch negative Stereotypen.“ - gibt es bereits zahlreiche Publikationen, die das Feiern schwarzer Errungenschaften kritisch bewerten. Nicht nur wegen unrealistischer Erwartungen an Schwarze und doppelter Anforderungen im Vergleich zu anderen Communities, sondern auch wegen einer Hashtag-Kultur von schwar...